© 2019 Marian Petrescu

Wer ist  Marian Petrescu?

1970

 

Marian Petrescu wurde 1970 in Bukarest, Rumänien, in eine Musikerfamilie geboren. Petrescus Vater, Micu, seinerseits Violinist und Kapellmeister, kaufte ihm sein erstes Klavier, als er vier Jahre alt war. Als sein Vater zuhause das Stück „Love Story“ anhörte, setzte sich der damals vierjährig Petrescu selbst an das Klavier, um dann nach kurzer Findungszeit die Melodie der rechten Hand nur nach Gehör zu spielen. Hier zeigte sich bereits, dass auch ihm die Musikalität im Blut lag.

 

Petrescus erster Klavierlehrerin Mariana Ionescu lehrte ihn in seinem Elternhaus, brachte zu einer Stunde ein dreiteiliges Stück zur Probe mit und gab ihm als Aufgabe für die nächste Stunde die Noten der ersten beiden Teile zu üben.

 

Zwischen diesen zwei Stunden übte Petrescu zunächst die ersten beiden Teile.

 

Als jedoch noch Zeit bis zur nächsten Stunde blieb, entschied sich Petrescu, mangels Originalnoten des dritten Teilstückes, den dritten Teil selbst auf Grundlage des ersten Abschnittes zu komponieren. Als seine Lehrerin zur nächsten Stunde erschien, war sie so sehr von der Gabe ihres Schülers beeindruckt, dass sie sich bereit erklärte, ihn fortan kostenlos zu unterrichten.

 

Als seine Klavierlehrerin 1977 verstarb, nahm sich Petrescus Vater der klassischen Pianoausbildung seines Sohnes an. Er sagte zu seinem Sohn, dass es ihm möglich sei, jede Art von Musik zu spielen, sobald er Bach, Beethoven oder Bach spielen könne.

 

1980

 

Als Zehnjähriger bewarb sich Petrescu am George Enescu Konservatorium und erreichte ein solch gutes Ergebnis beim Eignungstest, dass sämtliche Mitglieder des Ausschusses sehr erstaunt über seine Fähigkeiten waren. An Silvester des selben Jahres spielte er sein allererstes Jazzkonzert in der amerikanischen Botschaft in Rumänien. Als Petrescu elf Jahre alt war, zog seine Familie nach Schweden. Dort setzte er seine Studien des klassischen Klaviers bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr am Växjöer Kristineberg-Konservatorium fort. Gleichzeitig spielte Petrescu in der Växjöer Big Band unter anderem Count Basie und Ellington.

1985

Fünfzehn Jahre alt, trat Petrescu zum ersten Mal beim Festival Pori Jazz auf und beeindruckte mit seiner virtuosen Spielweise das Publikum nachhaltig. Der sechzehnjährige Petrescu trat in Italien auf dem Messina Jazz Festival mit Lars Danielson auf. Im gleichen Jahr betrat Petrescu auch die Bühne des Jyväskylä Jazzfestivals zusammen mit  Gitarristin Ulwa Kennius, dem Bassisten Lars Danielson und dem Schlagzeuger Leroy Love und veröffentlichte seine erste eigene Platte 'Pianist'.

 

Als Achtzehnjähriger im Jahr 1988 begann Petrescu an der Sibelius Akademie und studierte bis zum Jahre 1995 klassisches Klavier unter der Leitung von Inkeri Siukkonen und Jazzklavier unter der Leitung von Jarmo Savolainen.



1989

 

Im Jahre 1989 nahm Marian am Jazzpiano-Wettbewerb Martial Solal teil und gewann den zweiten Preis. Der Jury gefiel Petrescus Spiel so sehr, dass es nach dem Auftritt aufstand, um ihm die Hand zu schütteln. Tommy Flanagan sagte nach dem Wettbewerb über Petrescu, dass dieser zum damaligen Zeitpunkt sein Lieblingspianist sei. Durch seinen Erfolg im Wettbewerb wurde Norberg Gamson auf Marian aufmerksam, der ihn wiederum verpflichtete und als Warm-Up-Künstler auf Ray Charles 1990er Europatour auftreten ließ. Auf dieser Tour spielte Petrescus Trio innerhalb von anderthalb Monaten 35 Konzerte. Die weiteren Mitglieder des Trios waren Bassist Riccardo del Frau, der auch als Chet Bakers Bassist fungierte, und der ungarische Schlagzeuger Peter Gritz. 1989 wurde Petrescu von Ray Charles gebeten, vier Konzerte in Europa zu spielen (u.a. Paris und Atibes). In Atibes spielte Marian zusätzlich zu Ray Charles' Konzert ein weiteres mit Al Jarreau, Jim Hall, Toots Thielemans und Jean-Francois Jenny-Clark.

 

1992

 

Petrescu trat mit dem Umo Sextet auf dem Bukarester Jazzfestival auf. Im gleichen Jahr gewann er ebenfalls den Sonderpreis des gleichnamigen Jazzfestivals.

 

1998

 

Zusammen mit dem Violistin Antti Heermann, Schlagzeuger Raimo Värynen und seinem Bruder Mihai als Bassisten nahm petrescu seine zweite progressive Jazzplate auf. Im darauffolgenden Jahr tourte die Band durch ganz Finnland auf der Tournee des Jazzverbandes.

 

2002

 

Die folgenden Tourneen führten Petrescu und sein Trio durch die ganze Welt, unter anderem spielte die Band auf dem Athener Jazzfestival. 2004 begann Petrescu in Florida aufzutreten und führte dies bis 2008 regelmäßig fort. Im Floridaer Harriet Theater bekam das Trio nach einem Konzert elfmal stehenden Applaus.


 

2007

 

2007 folgte der erste Auftritt des Marian Petrescu Trios im Moskauer Kreml. Dort traf Petrescu auf den Pianisten Nikolai petrov, der ihm gestand, seinerzeit zwei Lieblingspianisten zu haben, Oscar Peterson und Marian Petrescu. Petrov eröffnete ihm, für immer ihr Fan zu bleiben, da die beiden seiner Meinung nach das Klavier zum Singen bringen würden.

 

Als Oscar Peterson im selben Jahr verstarb, wurde Petrescu gebeten, auf Petersons Tribute-Album zu spielen. Im Jahre 2009 wurde das Album Big Resonance Big Band Plays Tribute to Oscar Peterson veröffentlicht. Die Platte enthielt das Stück West Side Story, welches im Februar 2010 mit dem Grammy für 'Bestes Instrumentalarrangement' aufgezeichnet wurde.

 

2009

 

Petrescu begann, regelmäßige Konzerte in russischen Konzertsälen zu spielen und tourt seitdem jedes Jahr durch das Land.

 

2010

 

Im Jahr 2010 nahm Petrescu seine dritte Platte namens Marian Petrescu Thrivin' – Live at Jazz Standard auf. Auf dem Album spielten Andres Öberg (Gitarre und Gesang), David Finck (Bass) und Mark McLean (Schlagzeug). Der Jazzpianist Hank Jones erlebte das Konzert und erzählte später, dass er allenfalls Oscar Peterson spielen hörte, wie es Petrescu tat.

 

Nach seinem Grammy-Gewinn tourte Petrescu häufiger durch Amerikas Konzertsäle und trat auf Festivals auf. Das Publikum tat seiner Begeisterung per stehendem Applaus kund, beispielsweise gab es derlei fünf nach einem Konzert im Lincoln Center.

 

2011

Petrescu trat auf dem Playboy Jazz Festival in Los Angeles auf und spielte zusammen mit der Resonance Big Band das Oscar Peterson Tribute-Programm.

 

2012

 

Petrescu trat auf dem Newport Beach Jazz Party Festival auf und traf dort den Trompeter James Morrison. Morrison gefiel das Spiel Petrescus sehr, weshalb die beiden Musiker nach Ende des Festivals begannen, zusammenzuarbeiten. Eine Zusammenarbeit, die bis heute andauert. Die beiden tourten beispielsweise zusammen durch Australien.

 

2018

 

Im Jahre 2018 konnte sich Petrescu einen lange gehegten Traum erfüllen: Er spielte als Solist mit der Jyväskylä Sinfonia und der Big Band der Luftwaffe im ausverkauften Paviljonki in Jyväskylä das Tribute to Oscar Peterson-Konzert. Der Kapellmeister Krysztof Dobosiewicz und Petrescu hatten die Idee zu diesem Oscar Peterson-Konzert bereits im Jahr 1995.

 

2019

 

Im Frühling 2019 tourte Petrescu durch Deutschland, die Schweiz und Österreich in Begleitung von Joel Locher (Bass), Wawau Adler (Gitarre) und Guido May (Bass). Im Sommer trat Petrescu mit seinem eigenen Trio unter anderem in Rumänien und auf dem Pori Jazz-Festival auf. EndeAugust desselben Jahres spielte das Trio um Petrescu auf dem Wine Garden Festival in Jyväskylä.